Abstimmung: Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes von schwangeren Arbeitnehmerinnen, Wöchnerinnen und stillenden Arbeitnehmerinnen am Arbeitsplatz, Änderungsantrag 12=38, 20. Oktober 2010.
Die Gleichstellung der Geschlechter zählt in der EU zu den Grundrechten. Trotz großer Fortschritte in den letzten Jahrzehnten bestehen auf dem Arbeitsmarkt zwischen Männern und Frauen jedoch noch immer große Ungleichheiten. Im Zuge der Wirtschaftskrise haben sich diese sogar verschärft.
Das Gesetz über die Verlängerung des Mutterschaftsurlaubes ist Teil einer EU-Strategie, die zum Ziel hat, die Gleichstellung zwischen den Geschlechtern und die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen und arbeitstätigen Müttern zu fördern. Teilweise werden die geschlechtsspezifischen Ungleichheiten als Folge verschiedener Vorstellungen bezüglich der Rolle von Männern und Frauen in der Gesellschaft gesehen. Aufgrund unserer Gesellschaftsstruktur müssen sich Frauen oftmals zwischen Kindern und Karriere entscheiden.
Mit der zentralen Bestimmung des Gesetzestextes - der Verlängerung des Mutterschaftsurlaubes von 14 auf 20 Wochen bei Fortzahlung des vollen Gehalts - soll daher die Gleichstellung von Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt gefördert werden. Indem Frauen das Recht zugestanden wird, nach dem Mutterschaftsurlaub unter gleichen Bedingungen an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren, ermutigt der Gesetzesvorschlag Mütter zur Wiederaufnahme ihrer Arbeit nach einer bestimmten Zeit. Die Regulierung des Vaterschaftsurlaubes soll zusätzlich für eine aktive Elternschaft mit geteilter Verantwortung werben. Kritiker befürchten, dass diese Maßnahmen in Zeiten der Wirtschaftskrise für Unternehmen zu einer untragbaren Last werden.
|
Die Verlängerung des Mutterschaftsurlaubes erleichtert es Frauen, eine Familie zu gründen, ohne dafür die Karriere aufgeben zu müssen. Länder mit großzügigen Mutterschaftsurlaubs-Bestimmungen weisen für Frauen höhere Beschäftigungsraten auf. Die Fortzahlung des vollen Gehalts während des Mutterschaftsurlaubes ist gerechtfertigt, denn Frauen sollten nicht finanziell für das Kinderkriegen bestraft werden. |
Die Verlängerung des Mutterschaftsurlaubes bei Fortzahlung des vollen Gehalts kann sich negativ auf die Beschäftigungsmöglichkeiten junger Frauen auswirken. Regierungen und Unternehmen sollten in Zeiten der Wirtschaftskrise keine zusätzlichen Kosten auf sich nehmen müssen. Nicht die EU, sondern die nationalen Regierungen sollten im Bereich der Geschlechtergleichstellung die Gesetze erlassen. |
| MdEPs | Wahl |
|---|
